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Blutkrone; Genre: Historischer Krimi; Verlag: Net-Verlag; ISBN: 978-3-944284-07-1; Preis: 11,95 €; Erscheinungstermin: 24. Juni 2013

Samstag, 5. Oktober 2013

Große Enttäuschung: Jage zwei Tiger!

Autorin: Helene Hegemann
Titel: Jage zwei Tiger
Genre: Literatur
Verlag: Hanser Berlin
Seiten: 320
ISBN-10: 3446243674
ISBN-13: 978-3446243675

Auflage: 2 (26. August 2013)
Preis: 19,95 €
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Rezensionsexemplar: Berliner Büchertisch





Inhalt:

Jugendliche werfen einen Stein auf die Autobahn, eine Windschutzscheibe splittert und eine Frau stirbt. 

Deren 11 Jahre alter Sohn Kai überlebt. Er flieht vor den Ersthelfern in den Wald, wo er auf Zirkusleute trifft.
Zu denen gehört auch Samantha, die seine Mutter "auf dem Gewissen" hat. 

Cecile ist 17 Jahre alt, ist magersüchtig und hat ein 
ernsthaftes Kokainproblem. Sie zieht bei ihrem neuen Freund, 
Kais Vater ein.

Zusammen mit Cecile macht sich Kai auf die Suche nach Samantha,
in die er sich damals im Wald verliebt hat.








Story/Idee/Handlung/Dialoge/Spannung:


Helene Hegemanns Buch zeigt gescheiterte Jugendliche aus 
reichem Elternhaus (hauptsächlich aus dem Kultur-/Literaturbetrieb), die versuchen, ihren Weg im Leben zu gehen - trotz widriger Umstände. Kai hat seine Mutter verloren, Cecile ist magersüchtig, selbstverletzend sowie drogensüchtig. Samantha fehlt ein Unterarm und Geborgenheit.

Jede der Figuren hat gleich mehrere soziale, psychische, sprachliche oder Anpassungsprobleme. Mager- und Drogensucht gehören hier beinahe zum guten Ton und werden einfach runtergeschrieben und dem Leser in "Oberlehrermanier" erklärt. Zum selber entdecken und eigene Schlussfolgerungen ziehen 
bleibt  kein Platz. Dafür doziert Frau Hegemann einfach zu 
gerne von oben auf den Leser herab. Schade!

Zudem geht die Autorin irrtümlich davon aus, dass sich ihre 
Leser für Details der Kunstwelt interessieren würde. Ein paar fachkundige Aspekte hätten gereicht, aber so addiert sich diese Gesellschafts-Kultur-Literatur-Kritik-Masche zum halben Buch auf. Insgesamt hätte man fast 200 Seiten streichen können, das hätte der Handlung und dem Thema mehr entsprochen. 

Alle Figuren sind ausnahmslos überzeichnet, komplexbeladen und unrealistisch. Der Kampf, den sie größtenteils mit sich selbst, statt gegen die Erwachsenen ausfechten, bleibt oberflächlich.
Man merkt, dass die sehr junge Autorin mit dem Thema SCHMERZ und LEID nur vom "Hörensagen" Kontakt hatte, denn der moralisch-nölende-Fäkalsprachenunterton im Wechhsel mit intellektuellen Leerstellen reizt nur zu einem: zum Gähnen und Würgen!

Mir fehlt die Entwicklung der Personen. Man weiß gleich zu Beginn, dass sie ein relativ böses Ende nehmen werden.

Ich bezweifle, dass Frau Hegemann Jugendliche damit anspricht, denn die Mehrheit der Kids wird nicht mit dem goldenen Löffel 
im Mund geboren. "Wohlstandsgejanke" dürfte die eher vertreiben! Deren Lebenswelt dreht sich um andere Dinge: fehlende Ausbildungsplätze etc.  

Überall winden sich Satzgebilde, die kein Ende nehmen und 
häufig die richtigen Bezüge verloren haben. Das ist keine 
Kunst, sondern sperrig, unüberlegt und unliterarisch! 

Es nervt zudem, dass Frau Hegemann ab und an selbst auf 
Metaebene etwas im Roman sagt. Jeder Lektor sollte wissen, 
dass das den Lesefluss stört! Massiv!

Die Dialoge sind in der Unterzahl und wenn, dann strotzen sie 
nur vor Anglizismen, Fäkalsprache und Wirrwar. 

Man kann sich des Eindruckes kaum erwehren, dass nur Vitamin B dieses Werk auf den Markt gespült hat, anders ist es nicht zu erklären. Wer Nähreres darüber wissen möchte, dem empfehle ich, den Namen der Autorin bei Wiki einzugeben und dort nachzulesen.
Interessant sind zudem die Einschätzungen der literatursicheren FAZ und die sehr offenen Kundenbewertungen bei Amazon.

19,95 € ist das Buch leider überhaupt nicht wert!


Fazit: literarische Katastrophe!

Sterne: 0 von *****


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